Die Weinkultur des Ätna

Uralte Legenden, Berichte von Reisenden und Naturkundlern, Kunstwerke, Gedichte und Geschichten sind seit frühesten Zeiten Zeugen des Weinbaus am Ätna. Das einzigartige Mikroklima und der fruchtbare vulkanische Boden bieten der Rebe hier eine ideale Heimat. Seit den Zeiten der Sikuler, vor drei Jahrtausenden, standen die Rebe und der Wein immer im Mittelpunkt des Lebens der Menschen auf dem Ätna.

Und von den Anfängen der Geschichte bis ins 20. Jahrhundert hat sich an den Gesten und Gewohnheiten der Winzer nicht viel geändert. Die Weinpressen, die bis vor wenigen Jahren im Einsatz waren, entsprechen verblüffend der Beschreibung von Cato aus dem Jahr 160 v. Chr.

Die Reben wurden für 30 Jahrhunderte als Bäumchen gezogen (was wir den alberello nennen), und überall sehen wir noch die Bepflanzung im Quincunx-Raster – jede Rebe ist gleich weit von allen sie umgebenden entfernt – den schon Griechen und Römer bevorzugten.

Eine Landschaft, geprägt von Wein

Im 19. Jahrhundert ist der Ätna Siziliens wichtigstes Anbaugebiet: Weinberge bedecken mehr als die Hälfte des Landes und steigen empor bis auf Höhen über 1.000 Metern. Der Wein formt die Landschaft immer weiter: die schwarzen Lavastein-Terrassen erlauben es den Reben, an vormals unzugänglichen Stellen zu wachsen. Die Circumetnea-Bahnlinie wird gebaut, um den Transport des Wein zum Hafen von Riposto zu erleichtern. Von dort wird er zu weit entfernten Orten in Europa und der ganzen Welt verschifft.

Wiedergeburt

Die Reblaus, eine ungerechte Besteuerung und die Auswanderung vieler Bauern haben es fast geschafft, einer so alten Geschichte ein Ende zu setzen. Erst in den letzten zwei Jahrzehnten hat die bahnbrechende Arbeit von Pionieren wie unserem Kellermeister Salvo Foti die Renaissance des Ätna-Wein in Gang gesetzt: die Muntagna ist dabei, ihren rechtmäßigen Platz unter den großen europäischen Terroirs wieder zu erobern.

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